GABF BERLIN

23. März 2017, Hotel Adlon Kempinski

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Die Gelegenheit

Die afrikanische Verbraucherlandschaft entwickelt sich in einem rasanten Tempo, angetrieben von wachsenden Bevölkerungszahlen, technischem Fortschritt und steigenden Einkommen. Zudem gestaltet sich die Urbanisierung Afrikas schneller als in irgendeiner anderen Region der Welt und schafft einzigartige Geschäftsgelegenheiten in den Bereichen Wohnraum, Verkehr, Wasser und Energie.

 

Die Notwendigkeit zur Intensivierung der deutsch-afrikanischen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen war noch nie größer. Sechs der 10 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt befinden sich in Afrika, mit einer großen und wachsenden Mittelschicht, die deutsche Investitionen anspricht. Deutschland ist eine globale Wirtschaftsmacht – der drittgrößte Exporteur weltweit und ein bewährter Technologie- und Industrialisierungsführer. Umgekehrt wird Afrika als die am schnellsten wachsende Region der Welt bis 2040 in einem Kontext von relativem Wohlstand gesehen, und zeigt somit noch nie dagewesene Investitionsmöglichkeiten auf. Im Gegensatz zu China und den Vereinigten Staaten sind deutsche Unternehmen bei der Erschließung afrikanischer Märkte jedoch zu vorsichtig, um von dem enormen Geschäftspotential Afrikas zu profitieren. Der deutsche Handel mit dem Kontinent beläuft sich auf lediglich 60 Milliarden US-Dollar pro Jahr, verglichen mit 200 Milliarden US-Dollar für China – eine Zahl, die sich bis zum Ende dieses Jahrzehnts nochmals verdoppeln wird.

 

Fast 90 Prozent der deutschen Direktinvestitionen in Richtung Afrika konzentrieren sich auf Südafrika, Algerien und Nigeria.

Aufgrund der Stagnation des Wirtschaftswachstums in Europa wird die verstärkte Zusammenarbeit mit Afrika deutsche Unternehmen in die Lage versetzten, neue dynamische Märkte zu erschließen; Märkte die von einer aufstrebenden Mittelschicht, einem steigenden Konsumverhalten und einem stetigen BIP-Wachstum geprägt sind.

 

Wir streben gleichzeitig die Stärkung der Beziehungen mit deutschen Unternehmen & Entscheidungsträgern mit afrikanische Unternehmern an. Eröffnen neue Kapitalquellen, sowie weltweit anerkannten Marken und führenden Technologien aus Deutschland.

Dies ist ein kritischer Moment für politische und wirtschaftliche Führungskräfte Deutschlands und Afrikas, den Dialog zu intensivieren und für beide Seiten Geschäftsgelegenheiten zu schaffen. Das Deutsch-Afrika Wirtschaftsforum schafft durch Keynote-Referate, strategische Briefings, Podiumsdiskussionen und Marktanalysen eine hervorragende Plattform, um Handel und Investitionen zwischen beiden Seiten zu erleichtern und langfristige Beziehungen zu fördern.

DAS PROGRAMM

23. März 2017, Berlin

Sitzung 1:

WILLKOMMENSGRUß

Standortbestimmung: Geschichte deutsch-afrikanischer Handelsbeziehungen

Seit dem 1884 auf der Berliner Konferenz ins Leben gerufenen “Wettlauf um Afrika” hat Deutschland seine geopolitische Führungsrolle mit wirtschaftlicher Kompetenz vereinbart und die Organisation des afrikanischen Kontinents entscheidend mitgeprägt und gefördert.

In dieser Podiumsdiskussion erörtern wir die Stärken und Vorteile der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands mit dem afrikanischen Kontinent. Von Energie und Rohstoffen bis hin zu mobilen und e-Commerce-Lösungen ist Afrika eine einzigartige Geschäftsgelegenheit für deutsche Unternehmen, sei es Start-ups oder Industriekonzerne.

 

• Deutschland hat wenig Kolonialgeschichte in Afrika. Ist dies eine Stärke oder Schwäche, und welche Art von Engagement ist notwendig, um Deutschland zu einer geopolitischen und wirtschaftlichen Kraft auf dem Kontinent zu machen?

• Von USD 9 Milliarden deutscher ausländischer Direktinvestitionen in Richtung Afrika gehen USD 8 Milliarden nach Südafrika, Nigeria und Algerien. Was sind die Treiber deutscher Investitionen in diesen Ländern, und wie können diese auf andere Regionen übertragen werden?

• Afrika hat in der letzten Dekade deutliche Verbesserungen in den Bereichen Geschäftsklima, Sicherheit und politischer Stabilität vorweisen können. Wie kritisch sind diese Indikatoren für Finanzinvestitionsentscheidungen?

Sitzung 2

Exportmacht Bundesrepublik: Neue Märkte in Subsahara-Afrika

 

Deutschland, ein Land der begrenzten Rohstoffe, ist dank seiner starken Wirtschaft und Innovationsfähigkeit wettbewerbsfähig und einflussreich geworden.

Deutsche Unternehmen, die im Ausland erfolgreich sind, verbuchen jedoch lediglich 2 Prozent ihres Auslandsgeschäfts in Afrika. In dieser Diskussionsrunde erörtern wir das deutsche Modell für Investitionen in Afrika und die Bedingungen, die Unternehmen im Kontext Afrika berücksichtigen müssen.

 

• Deutschlands Exporte innerhalb der europäischen Binnenmärkte stagnierten jährlich; deutschen Exporte in Richtung Afrika wachsen hingegen jährlich um 5 Prozent. Was sind die makroökonomischen Trends, die das Wachstum deutscher Exporte in Afrika erklären können?

 

• Afrikas Anteil an der weltweiten Wertschöpfung liegt bei 1,5 Prozent, dem niedrigsten in der Welt. Ist das langsame Erwachen des Kontinents in den Themen Produktion und Wertschöpfung eine Bedrohung oder Chance für deutsche Unternehmen? Können deutsche Hersteller in Afrika mit China, Indien und der Türkei konkurrieren?

 

• Deutsche Unternehmen sehen reales Potenzial in der aufstrebenden Mittelschicht Afrikas, die auf 325 Millionen Menschen zugenommen hat. Ist dieses Phänomen ein starker Ausgangspunkt für die Präsenz Deutschlands in Afrika?

Sitzung 3

Silicon Savannah: Technologie und Innovation in Afrika

 

Angetrieben durch Notwendigkeit und Opportunität, stellte sich der afrikanische Kontinent sicherlich als einer der beeindruckenden Orte für Innovation und Technologie heraus. Durch die Verbreitung mobiler Technologien und digitaler Plattformen hat Afrika eine lebendige Plattform für unternehmerische Initiativen und kommerzielle Projekte geschaffen. Ob durch mobile Zahlungen, E-Commerce oder Drohnen-Technologie, ist der afrikanische Kontinent reif für neue Investitionen und Partnerschaften. Unsere Diskussionsteilnehmer erörtern die Bedingungen und Umstände, die dies möglich gemacht haben und wo deutsche Unternehmen Wert schaffen können.

 

• Kenia ist neben Südafrika und Nigeria ein Technologieführer in Afrika und Inkubator für Start-ups und Innovationen. Können deutsche Unternehmen ähnlich wie GE, Microsoft und Google in solch einem zunehmend gesättigten Markt wettbewerbsfähig sein?

 

• Ein Bericht von VC4Africa identifizierte 113 Startups in Afrika, die durch Risikokapital finanziert wurden. Im Jahr 2015 belief sich die Gesamtinvestitionssumme auf USD 185,7 Millionen, das beste Fundraising-Jahr seit 2010. Kann eine zunehmend konsolidierte Start-up-Szene deutsche VCs anziehen?

Sitzung 4

Energiewende 2.0: Deutschlands Erneuerbare Revolution in Afrika 

Erneuerbare Energiequellen wie Solar, Wind, Wasser und Biomasse decken bereits teilweise 30 Prozent des deutschen Energieverbrauchs. Deutschlands Energiewende, der Übergang zu einer kohlenstoffarmen, umweltverträglichen, zuverlässigen und kostengünstigen Energieversorgung, kann ein Vorbild für afrikanische Gesellschaften und Unternehmen sein, um eines der dringendsten Probleme Afrikas, das Energiedefizit, zu überwinden. Technologische Innovationen und zukünftige Erweiterungen müssen der Herausforderung der universellen Stromversorgung Afrikas gerecht werden, und die deutsche Wirtschaft eignet sich hervorragend, um diese enorme Chance der benötigten Energieversorgung zu nutzen, indem sie technologische Kompetenz und Innovation kostengünstig zur Verfügung stellt.

 

• Mehr als 620 Millionen Menschen in Afrika sind in Sachen Elektrizität stark unterversorgt. Für viele andere ist Energie unzuverlässig und teuer, wobei viele Gemeinden mehrere Kilometer vom nächsten Netzzugang entfernt leben. Wo können deutsche Technologie und Know-how Abhilfe schaffen?

 

• Bis 2030 könnten erneuerbaren Energie 22 Prozent des gesamten Energieverbrauchs Afrikas decken, ausgehend von lediglich 5 Prozent im Jahr 2013. Ist Deutschlands Energiewende eine übertragbare Vorlage für eine saubere, erschwingliche und kostengünstigere Energieversorgung in Afrika?

© 2017 DEUTSCH-AFRIKANISCHE WIRTSCHAFTSFORUM